Aus für Traditionslokal: Busses Waldschänke schließt

Nach fast 40 Jahren verliert der Freiburger Osten eine traditionsreiche Gaststätte: Maria und Christoph Busse schließen ihre Waldschänke in der Waldseestraße. Warum?

Foto: Busses Waldschänke

Busses Waldschänke – hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2005.
Foto: Privat

Gesundheitliche Gründe seien es in erster Linie, die sie zu dem Entschluss geführt hätten, ihren Betrieb zu schließen. Das teilen Maria und Christoph Busse mit, das Wirtsehepaar, das die traditionsreiche Gaststätte in der Waldseestraße 77 seit 1976, also seit rund 38 Jahren, führt. „Wir werden alle nicht jünger und die Arbeit in der Gastronomie ist doch oft sehr anstrengend“, sagt Maria Busse. „Da mussten wir irgendwann einen Schlussstrich ziehen. Ich denke, nun ist die richtige Zeit dafür“, ergänzt Christoph Busse. Zum 15. September wird das Lokal endgültig geschlossen.

Die Geschichte des Betriebs reicht weit zurück. Genau 60 Jahre ist es her, dass aus der „Erfrischungshalle“ der ersten Schlittschuhbahn Freiburgs „Busses Waldschänke“ wurde. In den folgenden Jahren mauserte sich die Adresse zunächst zur Kultstätte für Fans von Live-Jazz. Ab 1976 übernahmen dann Küchenmeister Christoph Busse und seine Frau Maria die Leitung und stellten bereits Anfang der 80er-Jahre das Angebot auf hochwertige, saisonale Vollwertkost um – damals noch eine wagemutige Entscheidung. Der Schritt zahlte sich aber aus und fand Widerhall. So nahm etwa der Vegetarierbund Deutschland die große Auswahl an vegetarischen Gerichten zum Anlass, die „Waldschänke“ in seine Liste der vegetarierfreundlichsten Restaurants Deutschlands aufzunehmen.

Zehn Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz

Gut zwei Dutzend Auszubildende haben in den vergangenen Jahren dort den Kochberuf erlernt. „Leider verlieren nun zehn zum Teil langjährige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihren Arbeitsplatz. Es war uns aber ein großes Anliegen, bei der Unterbringung im Kollegenkreis behilflich zu sein“, sagt Maria Busse.

Die frei werdenden Räumlichkeiten sollen nach einer umfassenden Renovierung künftig durch die Eigentümer und Betreiber des anliegenden Campingplatzes Andrea und Claus Busse – Letzterer ist der Neffe von Christoph Busse – neu verpachtet werden, wohl auch wieder an einen Gastronomen. „Wie es für uns persönlich genau weitergeht, wissen wir noch nicht“, sagt Christoph Busse, „wir wollen es aber erst mal ruhiger angehen lassen.“

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