Wahnsinn! Und über allem – das Tackern der Mauerspechte

Am 9. November vor 25 Jahren fiel die Berliner Mauer

Am 9. November jährt sich zum 25. Mal der Fall der Berliner Mauer. Ganz Berlin feiert dieses Ereignis mit zahlreichen Veranstaltungen und Events und auch die heute in Littenweiler lebende Gabriele Hartmann wird wieder für einige Tage in ihre Heimatstadt zurück kehren und auf Einladung von Berlin Tourismus als eine von 50 Zeitzeugen bei den Feierlichkeiten am ehemaligen Mauerstreifen stehen und Touristen ihre Geschichte erzählen.

Gabriele Hartmann zeigt ihre Teile

Gabriele Hartmann zeigt ihre Teile der Berliner Mauer und zahlreiche weitere Sammelobjekte aus der DDR.
Foto: G. Heizler-Ries

Was die Westberlinerin und viele andere Menschen an diesem Tag vor 25 Jahren erlebt und gefühlt haben, wurde bereits in einem Buch „Wahnsinn – Erinnerungen an den Berliner Mauerfall vom 9. November 1989“, herausgegeben von der Berliner Geschichtenwerkstatt, veröffentlicht.

„Wahnsinn – das alles“ steht dort geschrieben „wir liefen hin und her zwischen Ost- und West-Berlin. Hin und her. Und wieder zurück und wieder hinüber und zurück. Ich konnte es nicht fassen, dass meine Stadt plötzlich nicht mehr zugemauert war. Am Brandenburger Tor versammelten sich inzwischen die Fernsehgesellschaften aus aller Welt. Das Hämmern der ersten Mauerspechte bildete die Hintergrundmusik. Sektkorken knallten unentwegt, die Leute sangen und fielen sich immer wieder in die Arme. Mir liefen die Tränen herunter. Irgendwann verlies ich wie in Trance diesen symbolträchtigen Ort – bis zuhause verfolgt vom Tackern der Mauerspechte.“

Der Liebe wegen hat Gabriele Hartmann vor zwei Jahren Berlin verlassen und lebt heute in der Heinrich-Heine-Straße in Littenweiler. Mitgebracht hat sie jedoch neben ihren Erinnerungen an diese unglaubliche Zeit des Umbruchs auch viele Alltagsgegenstände aus ehemaligen DDR-Zeiten, die sie als Westberlinerin gesammelt hat. Am Donnerstag, dem 13. November, um 15:30 Uhr lädt sie alle Interessierten zu einer Ausstellung dieser Sammelgegenstände in die Cafeteria des Begegnungszentrum Kreuzsteinäcker, Heinrich-Heine-Straße 10 ein. Beim Kaffeetrinken sind alle Besucherinnen und Besucher eingeladen, über ihre eigenen Erfahrungen aus dieser Zeit zu berichten und sich auszutauschen. „Besuchen Sie unbedingt einmal die ehemalige DDR, falls Sie das noch nicht getan haben“, rät die Reisejournalistin Gabriele Hartmann „alles verändert sich so schnell und vieles verschwindet. Die jungen Leute sind heute in der ganzen Welt unterwegs, aber als Deutscher sollte man sich auch bewusst machen, wie es in der ehemaligen DDR war. Dies ist ein wichtiger Teil unserer Geschichte.“

Quelle: Dreisamtäler 05.11.2014
Dieser Beitrag wurde unter Begegnungszentrum Kreuzsteinäcker, Dreisamtäler abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.